Papierlose Praxis: Unser Weg und was wir gelernt haben

Vor zwei Jahren haben wir angefangen, unsere Praxis schrittweise papierlos zu machen. Inzwischen sind wir bei geschätzt 90% — komplett papierlos wird es wahrscheinlich nie, aber nah dran.

Was wir umgestellt haben

1. Anamnese

Vorher: Klemmbrett mit Papier-Fragebogen. Jetzt: Tablet im Wartezimmer mit digitaler Anamnese. Daten gehen direkt ins PVS.

2. Aufklärungsbögen

Vorher: Papier, unterschreiben, einscannen, abheften. Jetzt: Digitale Signatur auf dem Tablet. PDF wird automatisch in der Patientenakte gespeichert.

3. Laborkommunikation

Vorher: Papierzettel mit Laborauftrag. Jetzt: Digitaler Laborauftrag über das PVS, Intraoralscans statt Abdrücke verschicken.

4. Rechnungen und Briefe

Vorher: Drucken, kuvertieren, frankieren. Jetzt: Rechnungsversand per E-Mail (wo erlaubt), Arztbriefe digital per KIM.

Was noch auf Papier bleibt

  • Manche Formulare der KZV (Heilmittelverordnungen etc.)
  • Einige Patienten bestehen auf Papier-Rechnungen
  • Notfall-Dokumentation als Backup

Die größten Hürden

  1. Team-Akzeptanz: Die Umstellung braucht Zeit und Geduld. Nicht jeder im Team ist sofort begeistert.
  2. Scanner-Qualität: Alte Dokumente einscannen ist mühsam. Wir haben das auf mehrere Monate verteilt.
  3. Backup-Paranoia: Wenn alles digital ist, wird Backup kritisch. Wir machen tägliche Backups auf NAS + wöchentlich offsite.

Mein Tipp: Nicht alles auf einmal. Wir haben mit der Anamnese angefangen und dann Stück für Stück erweitert. Pro Quartal ein Bereich.

Wie weit seid ihr? Komplett papierlos oder noch hybrid?